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Gosteli-Stiftung - Archiv zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung

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Sektionen

2016

Dezember

O Tannenbaum – einmal anders

O Bundesrat! O Bundesrat!
Seltsam sind deine Wege!
Du schläfst auf unsrer Petition
und meinst denn, wir vergessen's schon,
o Bundesrat, o Bundesrat,
geh lieber andre Wege!

O Regierungsrat, Regierungsrat!
Du machst uns schwer zu schaffen!
Du stopfst ein Loch, machst andre auf
und baust die Frauen ab statt auf,
Regierungsrat, Regierungsrat
willst du nicht Bessres schaffen?

O Gmeinderat! O Gmeinderat!
Die Frau spürt deine Krallen!
Du diktatürlest heimlich nur
und sagst, es sei des Volkes Schwur...
O Gmeinderat, o Gmeinderat,
Du willst mir nicht gefallen!

O Frauenwelt, o Frauenwelt!
Wie gross ist deine Langmut!
Du lässt dir nehmen Geld und Brot
und denkst, es sei der Welt Gebot,
O Frauenwelt, o Frauenwelt,
lass fahren deine Langmut!

1936, Verfasser: anonym
Bestand 530, 33-35 Agnes Debrit Vogel

November

Längst nicht alle Frauen wollten das Stimm- und Wahlrecht. Mit diesem Inserat, das vor 60 Jahren in Berner Zeitungen erschien, trat Gertrud Haldimann-Weiss erstmals öffentlich in Erscheinung. 1959 wurde sie erste Präsidentin des Bundes der Schweizerinnen gegen das Frauenstimmrecht.

Zu dieser Zeit war das Frauenstimm- und -wahlrecht in vielen Ländern bereits eingeführt, z. B. in Albanien, Argentinien, Indien, Irak, Korea, Niederlande, Spanien und Weissrussland, um nur einige zu nennen.

Zum Findmittel des Nachlasses von Gertrud Haldimann-Weiss

Oktober

Foto: SAFFA 1928, A/225

Die Zeitschrift „Schweizer Frauenheim" berichtete in ihrer Ausgabe vom 22. September 1900 über eine Umfrage bei bekannten Persönlichkeiten zum Thema „Die Frauen und der Sport"

Hier ein Ausschnitt aus dem Artikel:

Die „Revue des Revues" hatte eine Untersuchung über die Frage eingeleitet, bis auf welchen Grad die Sport-Uebungen als da sind: Velo, Automobil, Reiten u.s.w. für die Frau passen. Hört das Weib auf, Weib zu sein, wenn es sich den Körper-Uebungen widmet, welche man unter dem Namen Sport versteht? Sollen diese Uebungen als eine heilsame Erholung oder als eine, der Zukunft des Weibes schädliche Leidenschaft betrachtet werden?

Die Königin von Rumänien, Carmen Sylva erklärt, dass sie jede Art Sport des Weibes billige, unter der einzigen Bedingung, dass es stets graziös und sanft bleibe.

Der berühmte Arzt Jean Charcot spricht sich für die Sport-Uebungen aus, insofern als sie der graziösen und vornehmen Haltung der Frau seinen Eintrag tun, als die Frau weiblich bleibe und so wenig als möglich dem Manne gleiche. Er spricht seinen Abscheu aus vor den heftigen Uebungen, welche das Gesicht der Frau hart machen, ihr Haar in Schweiss baden, und sie mit einem Worte unschön machen.

Madame Alphonse Daudet spricht sich in demselben Sinne aus und wünscht, dass der Sport nicht so weit getrieben werde, dass das Haus in eine einfache Garderobe verwandelt werde, wo man seine Kleider wechselt und die Mahlzeit der Familie nur eine Pause zwischen zwei tollen Läufen bildet.

Ganzen Artikel lesen

September

Anna Louise Grütter (1879-1959)

„Werdet nie blutleere, hohle Mädchen, die untätig zu Hause sitzen und auf «den Mann» warten! Arbeitet und leistet etwas."

Fotosammlung n.k. Grütter

Anna Louise Grütter wuchs im Pfarrhaus Hindelbank auf, wo das Lehrerinnenseminar untergebracht war und ihr Vater als Seminardirektor und Pfarrer amtete. Sie wurde Lehrerin und lehrte über drei Jahrzehnte an der Neuen Mädchenschule NMS. Louise Grütter war eine begnadete Erzieherin und besass die Gabe andere begeistern zu können. Sie ermahnte die Mädchen: „Werdet nie blutleere, hohle Mädchen, die untätig zu Hause sitzen und auf «den Mann» warten! Arbeitet und leistet etwas."
Neben ihrer Lehrtätigkeit engagierte sich Anna Louise Grütter u.a. beim Zweiten Schweizerischen Kongress für Fraueninteressen 1921, bei der SAFFA 1928 und der schweizerischen Petition für die Einführung des Frauenstimmrechts 1929, beim Bernischen Frauenbund, bei der Arbeitsgemeinschaft Frau und Demokratie und bei den Akademikerinnen Berns.

August

Staatsbürgerliche Erziehung vor 100 Jahren

Bemühungen der schweizerischen Frauenverbände zur Verbesserung der Bildung der Frau beinhalteten nicht nur die berufliche Ausbildung sondern auch den staatsbürgerlichen Unterricht. Der Bund schweizerischer Frauenvereine (BSF) beauftragte 1916 Hedwig Bleuler-Waser mit der Ausarbeitung eines Leitfadens für die staatsbürgerliche Erziehung innerhalb der Familie.

Funken vom Augustfeuer. Anregungen zur nationalen Erziehung in der Schweizerfamilie.

Gosteli 31269 und Gosteli Bro 7432

Juli

Vereinigung für Straflosigkeit des Schwangerschaftsabbruchs (SVSS)

Die SVSS wurde am 3. Februar 1973 gegründet und setzte sich hauptsächlich für die Fristenregelung ein, also für das grundlegende Recht der Frau, in eigener Kompetenz über den Abbruch einer ungewollten Schwangerschaft zu entscheiden. Durch die Annahme der Fristenregelung 2002 war das Hauptziel erreicht, und die SVSS löste sich 2003 auf. Die Mitbegründerin der SVSS und jahrzehntelange Kämpferin für das Abtreibungsrecht der Frauen, Anne-Marie Rey, ist letzte Woche verstorben.

Bestand 326 (Vereinigung für Straflosigkeit des Schwangerschaftsabbruchs), Schachtel Abstimmungsausschuss: Werbung, Medien, Leserbriefe

Juni

Gerichtsurteil, erschienen in der Frauen-Zeitung Berna vom 28. Februar 1925

Mai

Nach dem ersten Weltkrieg herrschte in der Schweiz grosse „Schuhnot". Die hohen Preise für Schuhreparaturen und die Schwierigkeit neue Stiefel zu bekommen zwang die Hausfrauen dazu, die Schuhmacherarbeiten für ihre Familien zuhause zu erledigen. Entsprechende Kurse bot beispielsweise der Schweizerische Katholische Frauenbund an.

April

Rosa Gutknecht (1885-1959)

Erste Schweizer Theologin

Rosa Gutknecht war zusammen mit Elise Pfister die erste Frau, die Theologie studierte und 1918 ordiniert wurde. Als Pfarrerin angestellt und gewählt werden konnte sie jedoch nicht. Da die Frauen kein Stimm- und Wahlrecht hatten, waren sie auch nicht wählbar. Rosa Gutknecht fand schliesslich eine Stelle am Grossmünster – als Pfarrhelferin. Den Kampf um die Anstellung von Pfarrerinnen gab sie aber nie auf. Zusammen mit Elise Pfister gründete sie den Theologinnenverband, der sich für dieses Anliegen einsetzte.

März

Alkoholfreie Arbeitsplatzverpflegung

Um dem hohen Bier- und Schnapskonsum entgegenzuwirken, verpflegte dieses Küchenauto des Bundes abstinenter Frauen Basel ab 1923 Arbeiter und Angestellte auf Bauplätzen und in Fabrikbetrieben in Basel mit alkoholfreien Getränken und mit gutem und günstigem Essen.

Bestand 126 (Schweiz. Bund abstinenter Frauen), Schachtel 34

 

Februar

Die vom Frauen-Comité Bern durchgeführten Erhebungen über die philanthropische Frauentätigkeit in der Schweiz ergaben, dass sich 1896 bereits rund 5'000 Frauenorganisationen mit über 96'000 Mitgliedern für das Wohl, die Bildung und die Besserstellung der Frau einsetzten.

Findmittel zum Bestand des Frauen-Comités Bern

(Bestand 109, 20:5)

 

Januar

Margrit Linck-Daepp (1897-1983)

Die Töpferin und Keramikkünstlerin erlernte in Heimberg das Töpferhandwerk und holte sich weitere künstlerische Anregungen in München, Wien und Berlin. Sie eröffnete in Reichenbach ein Keramikatelier. Margrit Lincks-Daepps Vermächtnis umfasst mehr als 200 Vasen und Schalen. Die Firma Linck wird heute in der 3. Generation geführt.

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